Kultur als Streitbegriff: Sinnstiftung, Machtgefüge und die Aushandlung gesellschaftlicher Teilhabe - Einzelansicht

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Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester WiSe 2025/26
Einrichtung Zessko - StudiumPlus   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.10.2025 - 10.11.2025   
Gruppe 1:
     Zur Zeit keine Belegung möglich
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Do 12:15 bis 13:45 wöchentlich 16.10.2025 bis 05.02.2026  1.19.0.29 Dr. phil. Kirjuchina 25.12.2025: 1. Weihnachtstag
01.01.2026: Neujahr
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Kommentar

Das Seminar beginnt in der zweiten Semesterwoche. Die erste Sitzung findet am 23. Oktober statt.

Was meinen wir, wenn wir von Kultur sprechen – und wer bestimmt, was als „unsere Kultur” gilt? In öffentlichen Debatten erscheint Kultur zunehmend als Kampfplatz um Zugehörigkeit, Identität, Werte und Macht. Zwischen Leitkultur und Cancel Culture, Kulturerbe und Kulturkampf, Anerkennung und Ausgrenzung verschwimmen die Grenzen zwischen kulturellem Selbstverständnis und politischer Strategie.

Dieses Seminar untersucht Kultur als einen „Zwielicht”-Begriff, der zugleich sinnstiftend und konfliktbeladen ist, und geht der Frage nach, wie Kultur als Streitbegriff funktioniert: in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, politischen Diskursen und medialen Repräsentationen. Im Fokus stehen dabei Fälle, in denen Kultur zur ideologischen Legitimierung von Konflikten herangezogen oder gezielt instrumentalisiert wird – etwa in nationalistischen Bewegungen, postkolonialen Kontexten oder kulturpolitischen Debatten.

Im Mittelpunkt steht die Analyse, wie kulturelle Ordnungen symbolisch aufgeladen und machtstrategisch vereinnahmt werden, um bestimmte gesellschaftliche Interessen zu legitimieren, Identitäten zu konstruieren oder gesellschaftliche Zugehörigkeiten zu markieren. Die Deutung kultureller Ordnungen erfolgt dabei stets im Spannungsfeld von Anerkennung, Ausschluss und politischer Instrumentalisierung.

Anhand theoretischer Zugänge aus Kultur- und Diskurstheorie, Postkolonialismus sowie Soziologie (u. a. Pierre Bourdieu, Stuart Hall, Edward Said, Lila Abu-Lughod, Aleida Assmann) und durch die Untersuchung von Fallbeispielen aus Medien, Politik, Literatur und Kulturpraxis beleuchten wir die ambivalenten Funktionen von Kultur in gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

Ziele des Seminars:

  • Kritisches Verständnis kultureller Symbolik und ihrer politischen Funktionen entwickeln
  • Mechanismen der kulturellen Vereinnahmung und Normierung analysieren
  • Reflexion über Kultur als umkämpften Deutungs- und Machtbegriff fördern

Das Seminar richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen mit Interesse am Thema und dem Wunsch, das Zertifikat für interkulturelle Kompetenz zu erwerben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Voraussetzungen

eine regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat oder ein Essay

Leistungsnachweis

3 LP, benotet


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 4 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2025/26 gefunden:
Vorlesungsverzeichnis
Studiumplus / Schlüsselkompetenzen
Prüfungsversion WiSe 2013/14
Ba-SK-Z-8 - Interkulturalität - Multikulturalität - Transkulturaltität  - - - 1 offens Buch
Ba-SK-P-1 - Literaturen, Sprachen, Religionen und Kulturen  - - - 2 offens Buch
Ba-SK-H-1 - Bildung, Gesellschaft, Kultur  - - - 3 offens Buch
Humanwissenschaftliche Fakultät
Department Psychologie
Master of Science
Psychologie mit den Schwerpunkten Arbeits- und Organisationspsychologie oder Kognition und Verhalten (Prüfungsversion ab WiSe 2023/24)
Außerpsychologische Kompetenzen
Ba-SK-Z-8 - Interkulturalität - Multikulturalität - Transkulturalität  - - - 4 offens Buch