Reisen bedeutet immer die Begegnung mit dem Anderen, mit fremden Orten, Kulturen, Lebenskonzepten. Der Reisefilm ist dabei nicht nur ein Genre, das ferne Welten zeigt, sondern ein kulturelles Dispositiv, in dem Vorstellungen von Identität, Alterität und Machtverhältnissen verhandelt werden. In diesem Seminar widmen wir uns der Dialektik von Selbst und Fremd im Reisefilm – jenseits eurozentrischer Perspektive.
Im Zentrum steht die Frage, wie filmische Reisen strukturiert sind, welche kolonialen oder postkolonialen Imaginationen sie reproduzieren oder unterlaufen und wie sich der Blick auf das „Fremde“ mit dem Blick auf das eigene Selbst verschränkt. Der Reisefilm fungiert dabei oft als Bühne, auf der Identitätsfragen, Machtverhältnisse und kulturelle Differenzen sichtbar gemacht und kritisch hinterfragt werden.
Anhand ausgewählter Filme analysieren wir filmästhetische Mittel ebenso wie narrative Strukturen. Ergänzt wird die Filmanalyse durch kulturtheoretische Texte, die Perspektiven auf Repräsentation, Reise und kulturelle Konstruktion eröffnen.
Ziele des Seminars sind:
Die Bereitschaft zur intensiven Sichtung und Diskussion von Filmen wird vorausgesetzt.
eine regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat oder ein Essay
3 LP, benotet