Das Werk von Donna Haraway prägt seit den 1980er Jahren die Geistes- und Sozialwissenschaften. Mit Konzepten wie „Cyborg”, „situiertes Wissen” oder „Companion Species” eröffnete sie neue Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch, Technik, Tier und Natur, die bis heute hilfreich sind. Im Seminar lesen wir zentrale Texte Haraways und diskutieren, wie ihre Ideen dabei helfen können, aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragen (neu) zu denken. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Neugier, Lust auf Diskussion und Offenheit für komplexe Texte sind jedoch von Vorteil.
Das Werk der Biologin und feministischen Theoretikerin Donna Haraway beeinflusst seit den 1980er Jahren akademische und gesellschaftliche Debatten in vielfältiger Weise. Ihre Theorien stellen starre Dualismen wie Mann/Frau, Sprache/Diskurs oder Natur/Kultur infrage und tragen zur Weiterentwicklung interdisziplinärer Ansätze in den Sozialwissenschaften, der Wissenschaftstheorie sowie den Science and Technology Studies bei. Konzepte wie „Cyborg”, „situiertes Wissen” oder „Companion Species” sind heute zentrale Bezugspunkte zahlreicher Diskurse.
In diesem Seminar werden wir zentrale Texte Haraways erarbeiten und ihre Bedeutung für aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen diskutieren. Dabei steht neben der theoretischen Auseinandersetzung auch die Relevanz und Anwendung ihrer Ideen in aktuellen Debatten im Vordergrund. Das Seminar erfordert keine Vorkenntnisse. Erwartet wird jedoch die Bereitschaft, sich mit komplexen und vielschichtigen Texten auseinanderzusetzen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Die Lektüre englischsprachiger Texte ist von Vorteil, viele Texte liegen jedoch auch in deutscher Übersetzung vor. Das Seminar bietet eine intensive Auseinandersetzung mit den Werken von Donna Haraway und erörtert interdisziplinäre Perspektiven auf zentrale Herausforderungen der Gegenwart.
Haraway, Donna J.: The Haraway Reader. London: Psychology Press, 2004.
Hoppe, Katharina: Donna Haraway zur Einführung. Hamburg: Junius, 2024.
Clarke, Adele E.; Haraway, Donna J.: Making Kin Not Population. : Prickly Paradigm Press, 2018.
Haraway, Donna J.: Die Neuerfindung der Natur : Primaten, Cyborgs und Frauen. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 1995.
Haraway, Donna J.: Das Manifest für Gefährten : wenn Spezies sich begegnen - Hunde, Menschen und signifikante Andersartigkeit. Berlin: Merve Verlag, 2016.
Haraway, Donna J.: Unruhig bleiben : Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2018.
Hoppe, Katharina: Die Kraft der Revision : Epistemologie, Politik und Ethik bei Donna Haraway. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2021.
Die erste (16.10.) und letzte Sitzung (29.01) finden online über Zoom statt. Die beiden Blockwochenenden finden dagegen in Präsenz am Campus Golm statt.
Es ist kein Vorwissen erforderlich, aber man sollte Freude daran haben, sich in Texte einzudenken, auch wenn sie komplex sind.
Die Literatur ist teilweise auf Englisch.
Prüfungsnebenleistung: Kurzes Gruppenreferat (10–15 Min.) und Vorbereitung einer Gruppenübung zu einem Seminarthema. Mögliche Formate der Übung sind z. B. Plenumsdiskussion, Arbeitstische, Hütchen-Methode, Debatte, Fishbowl oder andere kreative Beteiligungsformate.
Modulprüfung: Hausarbeit zu einem der Seminarthemen.