Das Seminar ist bereits voll! Bitte nicht mehr anmelden. Es werden vorausichtlich zuerst die Personen aus den höheren Semestern zugelassen.
Freund*innenschaft erscheint auf den ersten Blick selbstverständlich, erweist sich allerdings bei genauerer Betrachtung als komplexes soziales Phänomen. Die Bedeutung von Freund*innenschaft wurde in der klassischen Soziologie häufig vernachlässigt. Zudem ist die bestehende Freundschaftsforschung überwiegend von cis- und heteronormativen Perspektiven geprägt (vgl. Schobin et. al. 2016: 114). Dieses Seminar widmet sich der Untersuchung von Freund*innenschaft aus einer soziologischen Perspektive und betrachtet sie im Spannungsfeld zwischen kapitalistischer Vereinnahmung und solidarisch/subversiven Praktiken.
Ziel des Seminars ist es, ein kritisches Verständnis für den Begriff der „Freund*innenschaft” zu fördern und Freund*innenschaften aus einer soziologischen Perspektive zu reflektieren. Es wird angestrebt, die soziale und politische Relevanz von Freund*innenschaft herauszustellen und das komplexe Zusammenspiel individueller sozialer Praktiken und gesellschaftlicher Strukturen zu verdeutlichen
u.a.
Heinz Bude (2017): Soziologie der Freundschaft. In Wiesbaden: Springer Verlag.Schobin et. al. (2017): Freundschaft heute. Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie. Bielefeld: transcript Verlag.Nötzoldt-Linden (1994): Freundschaft. Zur Thematisierung einer vernachlässigten soziologischen Kategorie. Düsseldorf: Westdeutscher Verlag.Maria do Mar Castro Varela & Bahar Oghalai (2024): Freund*innenschaft. Dreiklang einer politischen Praxis. Münster: Unrast Verlag
Für die Themenfindung, Interviewführung und -auswertung werden drei Wochen Zeit gegeben und asynchron gearbeitet (19.11., 10.12., 17.12).
Anrechenbar in den Modulen:
Soziologie: - Weiterführende Methoden der qualitativen Sozialforschung (Wahlpflicht)- Geschlecht und Gesellschaft (Vertiefungsstudium)- Spezialisierungsmodul (Vertiefungsstudium)
ZZ Interdisziplinäre Geschlechterstudien:- Geschlecht in Text und Kontext- Geschlecht im interdisziplinären Feld
POV, GPV- Ausgewählte Themen der empirischen Sozialforschung
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Voraussetzung ist ein Interesse an qualitativer Forschung und eigentständiger Durchführung von Interviews.
Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten aus der Freundschaftsforschung beinhaltet das Seminar auch einen praktischen Teil: Es sollen Interviews im eigenen Freund*innenkreis zu dem übergeordneten Thema „Freund*innenschaft in besonderen Lebenssituationen“ geführt und ausgewertet werden“. Die Prüfungsnebenleistung umfasst die Transkription der Interviews und die Präsentation der Ergebnisse in einer Sitzung.
Für die Modulprüfung besteht die Wahl, entweder eine klassische Hausarbeit zu einem der Seminarthemen zu verfassen oder die Interviews mithilfe einer qualitativen empirischen Methode (z.B. dokumentarische Methode, Grounded Theory) auszuwerten.