Briefe aus der Fremde: der Roman épistolaire des 18. und 19. Jahrhunderts - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2025
Einrichtung Institut für Romanistik   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.04.2025 - 10.05.2025

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Seminar Di 14:00 bis 16:00 wöchentlich 08.04.2025 bis 15.07.2025  1.19.4.15 Koberg 10.06.2025: 
Kommentar <p>Kaum eine literarische Gattung spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts im europäischen Kontext so eindrucksvoll wider wie der französische Briefroman. Zwischen höfischer Tradition und aufklärerischer Gesellschaftskritik schafft er ein neues Erzählen, das persönliche Leidenschaft mit politischem Denken verbindet – und damit anteilig den Weg zur Französischen Revolution weist.</p><p>In diesem Seminar begeben wir uns auf eine literarische Spurensuche: von den Anfängen des Briefromans im 17. Jahrhundert über seine Blütezeit mit Montesquieus <em data-start="755" data-end="773">Lettres persanes</em>, Rousseaus <em data-start="785" data-end="815">Julie ou la Nouvelle Héloïse</em> und Laclos’ <em data-start="828" data-end="850">Liaisons dangereuses</em> bis hin zu den radikalen Entwürfen eines Marquis de Sade und dem vermeintlichen Ende der Gattung zur Jahrhundertwende. Welche Rolle spielen Orientalismus, Geschlechterverhältnisse und Staatsphilosophie in diesen Werken? Wie prägt weibliche Autorinnenschaft den Text – und was bleibt von ihm, nachdem er aus dem Zentrum der literarischen Aufmerksamkeit gerückt ist?</p><p>Neben der französischen Perspektive soll der Blick über den europäischen Tellerrand hinaus eine dezidierte Auseinandersetzung mit den Impulsen ermöglichen, die der Briefroman auch jenseits Frankreichs hinterlassen hat. Das Seminar bietet nicht nur eine intensive Beschäftigung mit einer faszinierenden literarischen Form, sondern auch einen Schlüssel zum Verständnis zentraler Debatten der europäischen Aufklärung.</p>
Bemerkung

Die Lektüre der Lettres persanes wird im Vorfeld zum Seminar empfohlen, ebenso wie die Anschaffung einer kritischen Ausgabe (im laufenden Seminar können lediglich einzelne Textausschnitte und -übersetzungen elektronisch zur Verfügung gestellt werden). Zur individuellen Vorbereitung können Sie eine deutsche Übersetzung nutzen. Im Seminar wird mit folgender Ausgabe in Originalsprache gearbeitet:

Versini, L. (Éd.): Montesquieu. Lettres Persanes, 3. Auflage, Paris: Flammarion, 2019.

Sollten Ihnen die finanziellen Mittel zur Anschaffung nicht zur Verfügung stehen, wenden Sie sich bitte im Vorfeld des Seminares an mich. 

Ein Semesterapparat wird über die Dauer des Seminars in der Universitätsbibliothek zur Verfügung gestellt.

Voraussetzungen

Voraussetzung zur Teilnahme sind Grundkenntnisse des Französischen. Für die spezifischen Anforderungen im Rahmen ihres Studiums konsultieren Sie bitte die jeweilige Prüfungsordnung, bzw. das entsprechende Modulhandbuch. Sollten diesbzgl. Unklarheiten bestehen, wenden Sie sich bitte im Vorfeld des Seminars an mich.

Leistungsnachweis

Impulsreferat (~ 15 - 20 min) und Thesenpapier (1 - 2 Seiten) im laufenden Semester.

Lerninhalte
  • Überblick über die dominanten literarischen und ästhetischen Strömungen des 18. und 19. Jahrhunderts in Frankreich und Europa
  • Gattungsspezifische Merkmale des Briefromans und Einordnung im Feld der Erzählliteratur 
  • Einführung und kritische Reflexion gattungs- und epochenspezifischer Topoi und Diskurse (Orientalismen, Exotismus, Galanterie, Gesellschafts- und Sozialkritik im Medium des Romans, europäische Aufklärung & Romantik)
  • Ausblick zu parallelen Entwicklungen und literarischer Rezeption außerhalb Europas, dekoloniale Perspektiven und alternative Lesarten, Kritische Reflexion und Diskussion des Kanons

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2025 , Aktuelles Semester: WiSe 2025/26