Die moderne politische Welt ist eine institutionelle Welt. Doch was sind Institutionen genau, wie lassen sie sich konzeptionelle verstehen und empirisch erforschen? Dieses Seminar erarbeitet Antworten auf diese Fragen mit Blick auf verschiedene Typen internationaler Institutionen wie bspw. formellen und informellen internationale Organisationen, internationalen Verträgen, aber ebenso mit kriegerischen Auseinandersetzungen, Netzwerken und Diskurse als institutionalisierte Phänomene der internationalen Beziehungen. Dabei steht die vertiefende Auseinandersetzung mit grundlegender Theorie und empirischen Methoden der Internationalen Beziehungen im Fokus. Ziel des Seminars ist es, ein vertieftes konzeptionelles Verständnis vielfältiger Arten internationaler politischer Institutionen auf Basis eines umfassen Theorieverständnisses zu vermitteln, dieses mit grundlegenden empirischen Erkenntnissen zu verknüpfen und Studierende zu befähigen, dieses Wissen auf konkrete Fragestellungen in den internationalen Beziehungen selbstständig anwenden zu können. Dafür werden neben der Fachliteratur und eigenständiger Materialarbeit ebenso Themen zu wissenschaftlichen Forschungsdesigns eine zentrale Rolle spielen.Nach einführenden Sitzungen mit einem Überblick zur Institutionenforschung in den Internationalen Beziehungen befasst sich das Seminar kurz mit Fragen zu wissenschaftlichen Forschungsdesigns und widmet sich danach einzelnen Typen internationaler Institutionen. Über einer vertiefenden Lektüre wesentlicher Arbeiten und zusätzlichen Materialien beschäftigt sich jede Sitzung mit verschiedenen theoretischen Ansätzen und methodischen Vorgehen. Diese variieren zwischen rationalistischen und konstruktivistischen Perspektiven sowie eines breiten Spektrum an sozialwissenschaftlichen Methoden. In einer abschließenden Sitzung besprechen wir gemeinsam Entwürfe für die Modulprüfung.
Das Seminar und die Prüfungs(neben)leistungen finden auf Deutsch statt; die Mehrzahl der Literatur wird jedoch auf Englisch sein. Studierende sollten grundlegende Vorkenntnisse zu (institutionellen) Theorien in den Sozialwissenschaften und vorzugsweise in den Politikwissenschaften und Internationalen Beziehungen sowie einen grundlegenden Überblick über internationale Institutionen (auf Basis des Vorstudiums) besitzen. Ein grundlegendes Interesse an komplexen theoriegeleiteten Texten mit empirischen Untersuchungen sowie ein Interesse an der Analyse internationaler Phänomene ist für die Motivation während des Semesters zudem hilfreich.
Für die Modul-Prüfungsleistung stellen die Studierenden ein dreiteiliges Portfolio zusammen. Der erste Teil ist ein (theoretischer und empirischer) Literaturbericht einer oder mehrere Institutionentheorie die die Studierenden mit Fokus auf ein Forschungspuzzle sowie mehrere Theorieelemente (Annahmen, Prozesse, Hypothesen etc.) kritisch an Hand einer ausgewählten Fragestellung besprechen. Der zweite Teil ist ein Transfer-Essay bei dem die Studierenden eine Forschungsfrage entwickeln, die ein Phänomen der internationalen Beziehungen betrifft und dazu auf ein oder mehrere Theorien zu internationalen Institutionen verwendet. Der dritte Teil umfasst eine Reflexion der beide anderen Hauptteile zusammenbindet und die einzelnen analytischen Entwicklungsschritte des Studierenden während des Semesters nachvollzieht. Die Länger der Portfolio-Teile richtet sich nach der Studienordnung und sollten ungefähr eine 40/40/20-Aufteilung entsprechen. Die Modul-Prüfungsnebenleistung (oder Teilnahmeschein) ist jeweils ein Memo, dass Sie zur Vorbereitung einer Sitzung angefertigt haben und während der Sitzung kurz vorgestellt und diskutiert haben. Das Memo sollte ca. 1.000 - 1.500 Wörter umfassen. Die genauen Anforderungen besprechen wir im Seminar.
Das Seminar baut auf grundlegenden Wissen zu Phänomenen, Theorien und Methoden der internationalen Beziehungen auf. Am Ende des Seminars