Im Verlauf des „langen” 20. Jahrhunderts hat sich das Beziehungsleben in Europa fundamental gewandelt. Wie „revolutionär” aber war diese Verwandlung? Das Seminar wird dieser Frage nachgehen, indem es die Beziehungsdynamiken und das Intimleben verheirateter und unverheirateter Paare und Singles in Europa aus kultur-, sozial- und gesellschaftshistorischer Perspektive in den Fokus rückt. Dazu werden die historisch gewachsenen Muster der Partnerwahl und der Beziehungsgestaltung in den Blick genommen, in denen sich abweichende Einstellungen gegenüber Kohabitation, Ehe und Scheidung, aber auch unterschiedliche Praktiken partnerschaftlichen und familialen Verhaltens widerspiegeln.
Mit der Geschichte des Beziehungslebens in Europa adressiert das Seminar aktuelle Fragen der Zeitgeschichtsschreibung nach dem Verhältnis von Liebe und Romantik im 20. Jahrhundert, dem Wandel von Familienbildern und Geschlechterrollen, der Geschichte der Sexualität, den Medien der Liebes- und Paarkommunikation, sowie der Präsenz von „Gefühlen” in Partnerwahl und Beziehungsgestaltung. Es setzt sich zum Ziel, anhand ausgewählter Fallstudien und unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte, markante Kontinuitäten und Brüche der Entwicklung des Beziehungslebens im Europa des langen 20. Jahrhunderts herauszuarbeiten.
Leistungsanforderungen gemäß Modulkatalog. Erwartet wird eine kurze Präsentation inklusive Thesenpapier. Abgeschlossen wird das Seminar durch eine 25-seitige Hausarbeit (Abgabe: 30.09.2025).