Literarische Collagen – Schneiden, Kleben und Schreiben in der Moderne - Einzelansicht

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Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2026
Einrichtung Institut für Germanistik   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.04.2026 - 10.05.2026   
Gruppe 1:
     Zur Zeit keine Belegung möglich
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Mo 16:00 bis 18:00 wöchentlich 13.04.2026 bis 20.07.2026  1.09.2.15 Millutat   30
Kommentar

Als Collage (von griech. kólla = Leim) werden in erster Linie Werke der bildenden Kunst bezeichnet, die aus verschiedenen Materialien zusammengeklebt wurden. Collagen können aber auch literarischer Art sein. Bereits die papiers collés von Picasso und Braques aus den 1910er Jahren enthielten Buchstaben und Wortteile, häufig aus Zeitungen ausgeschnitten. Dadaisten wie Kurt Schwitters oder Hannah Höch bauten noch augenfälliger Text in ihre Werke ein oder stellen diesen sogar in den Vordergrund. Und Hans Christian Andersen schuf schon im 19. Jahrhundert ganze Bücher aus Zusammengeklebtem. Was passiert, wenn Bild und Text durch Schneiden und Kleben in so enge Verbindungen treten?

„Ich musste die Wörter auch abends auf ein Hackbrett sortieren, damit wir essen konnten.” So beschreibt Hertha Müller die Anfangszeit ihrer Collagearbeiten, die inzwischen einen wichtigen Teil ihres Werks ausmachen. Die Wörter, aus Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnitten und gesammelt, sind hier zu Gegenständen geworden, und ihre Eigenschaften, ihre Farbe, Form und Größe werden zu Mitteln der Textgestaltung. Die Lektüre der so entstandenen Gedichte steht vor der Aufgabe, die visuellen Aspekte von Schrift und Bild miteinzubeziehen. 

Im Seminar werden wir Texte betrachten, die collagierte Elemente enthalten und Collagekunstwerke lesen, die mit Schriftlichem arbeiten. Wir beschäftigen uns dabei unter anderem mit Hertha Müller, Kurt Schwitters, Hannah Höch, Hans Christian Andersen, Ror Wolf, Rolf Dieter Brinkmann und Kurt Tucholsky. Dabei soll besonders das Schneiden als eine Praxis der Avantgarden des 20. Jahrhunderts untersucht werden.

Als vorbereitende Lektüre ist zu empfehlen:

Hanno Möbius, Montage und Collage. Literatur, bildende Künste, Film, Fotografie, Musik, Theater bis 1933, München 2000.

Leistungsnachweis

Teilnahme an einer Expert*innengruppe mit Gruppenvortrag (ca. 15 Min), Thesenpapier und Diskussionsleitung


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 9 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:
Vorlesungsverzeichnis
Juristische Fakultät
Bachelor of Law Rechtswissenschaft
Prüfungsversion ab WiSe 2025/26
Aufbaustudium
Ergänzungsfach Germanistik
Wahlpflichtmodule
GER_BA_016 - Aufbaumodul Literaturen, Kanon, Medien und Kulturen (Germanistik)  - - - 1 offens Buch
Philosophische Fakultät
Institut für Germanistik
Zwei-Fach Bachelor
Germanistik (Prüfungsversion ab WiSe 2020/21)
Pflichtmodule
GER_BA_016 - Aufbaumodul Literaturen, Kanon, Medien und Kulturen  - - - 2 offens Buch
Wahlpflichtbereiche (Erstfach)
Spezialisierung Literaturwissenschaft
GER_BA_021 - Aufbaumodul Spezialisierung Literaturwissenschaft 2  - - - 3 offens Buch
GER_BA_020 - Aufbaumodul Spezialisierung Literaturwissenschaft 1  - - - 4 offens Buch
Spezialisierung Sprachwissenschaft
GER_BA_023 - Aufbaumodul Spezialisierung Sprachwissenschaft 2  - - - 5 offens Buch
Germanistik (Prüfungsversion ab WiSe 2014/15)
Wahlpflichtbereich 2
AM-SP/LW1 - Aufbaumodul Spezialisierung Literaturwissenschaft 1  - - - 6 offens Buch
AM-SP/LW2 - Aufbaumodul Spezialisierung Literaturwissenschaft 2  - - - 7 offens Buch
Bachelor of Education
Deutsch (Prüfungsversion ab WiSe 2020/21)
GER_BA_008 - Aufbaumodul Literaturen, Kanon, Medien und Kulturen  - - - 8 offens Buch
Humanwissenschaftliche Fakultät
Department Inklusionspädagogik
Bachelor of Education
Förderpädagogik Deutsch (Prüfungsversion ab WiSe 2020/21)
Fach Deutsch
GER_BA_008 - Aufbaumodul Literaturen, Kanon, Medien und Kulturen  - - - 9 offens Buch