Diese Einführung verfolgt verschiedene Lernziele: Sie soll erstens Übersetzungsfähigkeit vermitteln, Sie also darin einüben, mittelhochdeutsche Texte unter Zuhilfenahme eines Wörterbuches zu übersetzen. Außer den Grundlagen des Mittelhochdeutschen soll aber zweitens auch ein Überblick über die Gattungen der mittelhochdeutschen Literatur, also der Epoche von ca. 800–1450 (mit einem Ausblick auf die frühneuhochdeutsche Literatur) gegeben werden. Sie lernen u.a. Artusromane, Heldenepen, Minnelieder, Mären und Schwanksammlungen (in Ausschnitten, bereitgestellt über Moodle) kennen. Zusätzlich zu diesen literaturwissenschaftlichen 'Basics' beschäftigen wir uns aber auch mit der Kultur des Mittelalters: Wie wird mittelalterliche Dichtung überliefert? Was ist der Unterschied zwischen einem mittelalterlichen und einem modernen Autor, was der zwischen einer Handschrift und einem gedruckten Buch? Haben Minnesänger wirklich gesungen, hat König Artus wirklich gelebt? Begleitend werden wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, warum es im Jahre 2026 noch interessant, relevant und aufschlussreich sein kann, sich mit Dichtung zu beschäftigen, die 800 bis 1200 Jahre alt ist.
Teilnahme an einem 90-min. Handschriftenworkshop & 4 Hausaufgaben